DIE ZEITSCHRIFT

Vom „Journal für Gas-Industrie“ zum „FORUM Gas Wasser Wärme“
Die Fachzeitschrift von ÖVGW und FGW

Das offizielle Organ der ÖVGW und des FGW begleitet (unter wechselndem Namen) die Vereinigung seit ihrer Gründung im Jahr 1881 und macht neben Vereins- und Verbandsangelegenheiten vor allem die jeweils aktuellen Fragen und Entwicklungen im Gasfach, später auch im Wasserfach und am Wärmeversorgungssektor, zum Gegenstand seiner Berichterstattung.

Auftrag und Zielsetzung der Zeitschrift haben sich im Lauf ihrer über hundertjährigen Geschichte zwangsläufig verändert. Aus einem primär von Technikern für Techniker geschriebenen Blatt, das in einer medienarmen Zeit dem Informationstransfer unter Fachkollegen diente, ist ein modernes Kommunikationsinstrument geworden, das über den engen Adressatenkreis von Vereins- und Verbandsmitgliedern hinaus ein breiteres Publikum anspricht und die Positionen der vertretenen Branchen verstärkt nach außen transportiert. Die Anpassung an die geänderten Verhältnisse und Herausforderungen erfolgte in mehreren Schüben, zuletzt auch in Reaktion auf das Internet, zu dem sich die Zeitschrift nicht als Konkurrent, sondern als sinnvolle Ergänzung im Rahmen einer modernen Öffentlichkeitsarbeit versteht.

In der Verbändezeitschrift finden sich auf über 50.000 Seiten historisch bedeutsame Daten und Dokumente zu Forschung, Technik und Wirtschaft sowie zur Geschichte von ÖVGW und FGW. Die Besonderheit des Periodikums liegt darin, dass es ein — mit Ausnahme der Jahre 1939-1945, in denen die Vereinigung aufgelöst war — lückenloses Bild der vertretenen Fachbereiche vom Beginn der ökonomisch relevanten Gasversorgung, seit 1886 auch der Wasserversorgung, bis heute bietet. Damit spiegeln sich in dieser Zeitschrift über 130 Jahre Branchenentwicklung ebenso wider wie die Tätigkeitsschwerpunkte der Interessenvertretungen.

Chronik

2004 — FORUM Gas Wasser Wärme

Im Zuge der ÖVGW-Reform 2004 übernehmen ÖVGW und FGW nach 30 Jahren erneut die Medieninhaberschaft der Zeitschrift — mit der Zielsetzung, in ihrem offiziellen Organ die Ansprüche an ein Fachmagazin ebenso wie die Aufgaben einer Vereinszeitschrift in moderner, optisch ansprechender Form zu erfüllen. Die neue Zeitschrift trägt den Titel „FORUM Gas Wasser Wärme“, der Heftumfang wird erweitert, die Erscheinungsweise zunächst auf 4, ab 1986 auf 6 Hefte pro Jahr festgelegt. Für Schwerpunktthemen sind jährliche Sonderhefte vorgesehen. Die erneut außer Haus vergebene redaktionelle Betreuung erfolgt weiterhin nach Vorgaben und in Abstimmung mit der Geschäftsstelle.

1998 — gww aktuell

1998 wird an den neuen Eigentümer, den Wirtschaftsverlag, auch die Redaktion ausgelagert und die vereinsinterne Zeitschriften-Kommission aufgelöst. Die damit einhergehende Änderung der Blattlinie — weg vom reinen Fachmagazin, hin zum PR-Instrument — setzt unter dem Motto „prägnant und informativ“ auf Kurzberichterstattung und Vierfarbendruck. Die in der Regel 18-seitigen Hefte erscheinen achtmal jährlich.

1977 — GWW

1977 wird der Zeitschriftentitel auf das griffige Kürzel „GWW“ reduziert, ab 1989 in Minuskeln: „gww. gas wasser wärme“. Das Organ mit einem Normumfang von 28 Seiten erscheint monatlich, ab 1996 mit farbigem Cover. Die Medieninhaberschaft liegt weiterhin beim Verlag Lorenz, die Redaktion besorgt bis 1997 Ernst Burger in seiner Funktion als Schriftleiter und Obmann der Zeitschriften-Kommission.

1946 — Gas/Wasser/Wärme

Mit Wiedergründung des Vereines nimmt auch die Zeitschriften-Kommission (unter Heinrich Lininger) ihre Tätigkeit auf; im Oktober 1946 erscheint die erste Nachkriegsausgabe. Die Zeitschrift, die ab 1947 wieder monatlich herausgegeben wird, trägt nun den Titel „Gas/Wasser/Wärme“, der Untertitel lautet zunächst „Zeitschrift des österreichischen Vereines von Gas- und Wasserfachmännern“, bis 1954 der Vereinsname in „Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach“ geändert wird. Von 1966 an wird die Zeitschrift gemeinsam mit dem Fachverband der Gaswerke Österreichs (dem späteren Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen) herausgegeben. 1975 geht sie an den Verlag Lorenz, die redaktionelle Verantwortung verbleibt jedoch bei der Zeitschriften-Kommission im Hause, in der Ernst Burger 1973 als Obmann Karl Sigmund nachfolgte.

1938 — Gas und Wasser

Nach dem „Anschluss“ wird im Juli 1938 der Österreichische Verein von Gas- und Wasserfachmännern aufgelöst. Die Zeitschrift erscheint ab August 1938 noch 5 Ausgaben lang unter dem Titel „Gas und Wasser“ (herausgegeben vom NSBDT — Nationalsozialistischen Bund Deutscher Technik, Fachgruppe Elektrotechnik, Gas und Wasser), bevor sie mit der Dezember-Ausgabe eingestellt wird. In den Jahren 1939 bis 1945 erscheint das Organ nicht.

1920 — Zeitschrift des Vereines von österreichischen Gas- und Wasserfachmännern

In Folge der politischen Umwälzungen nach dem Ersten Weltkrieg kommt es zu Anpassungen des Vereins- und damit des Zeitschriftennamens. Nach Festschreibung der Auflösung der Habsburger-Monarchie im Friedensvertrag von St. Germain ändert sich ab 1920 der Name zunächst in „Zeitschrift des Vereines von Gas- und Wasserfachmännern“. Obmann der Zeitschriftenkommission wird (bis 1938) Emil Budzaniuk. In Folge der schwierigen allgemeinen Wirtschaftslage und im Besonderen der des Vereines reduziert sich der Umfang der zunächst noch monatlich, dann zweimonatlich erscheinenden Hefte auf zeitweilig nur noch 6 Seiten. Als sich der Anschluss Österreichs an Deutschland als politisch nicht durchsetzbar erweist, wird auf der Jahresversammlung 1921 beschlossen, die „Vereinigung“ zumindest auf Vereinsebene zu vollziehen und dem Deutschen Verein von Gas- und Wasserfachmännern als Zweigverein beizutreten. Ab Juli 1924 erscheint das Blatt unter dem Titel „Zeitschrift des Vereines von österreichischen Gas- und Wasserfachmännern“ wieder monatlich und gewinnt etwas an Umfang.

1906 — Zeitschrift des Vereines der Gas- und Wasserfachmänner in Österreich-Ungarn

1906 wird der seit bereits zehn Jahren bestehenden Ausweitung der Agenden auf das Wasserfach auch formal Rechnung getragen und der Vereinsname von „Verein der Gasindustriellen in Österreich-Ungarn“ zu „Verein der Gas- und Wasserfachmänner in Österreich-Ungarn“ abgeändert. Dies wirkt sich auch auf den Titel der Zeitschrift aus: Einige Ausgaben lang werden sowohl „Der Gastechniker“ als auch „Zeitschrift des Vereines der Gas- und Wasserfachmänner in Österreich-Ungarn“ angeführt , bevor 1907 der Gastechniker schließlich gänzlich dem prosaischen Titel „Zeitschrift des Vereines der Gas- und Wasserfachmänner in Österreich-Ungarn“ (ab 1914: „in Österreich und Ungarn“), im Untertitel „Fachblatt für die Gasindustrie und Wasserversorgung, Heizungs- und Lüftungstechnik“, Platz macht. 1907 wird im Verein auch die Zeitschriften-Kommission eingesetzt und der Redaktion zur Seite gestellt. Die Versorgungskrise nach Ende des Ersten Weltkriegs geht auch an der Zeitschrift nicht spurlos vorüber: 1919 muss die Zeitschriftenkommission die Leser davon in Kenntnis setzen, dass man sich durch „die andauernden außergewöhnlichen Verhältnisse, die Not der Papierbeschaffung und die ungewöhnlich hohen Druckkosten“ genötigt sieht, die Erscheinungsweise ab Juli von vierzehntägig auf monatlich umzustellen.

1883 — Der Gastechniker

Unter der redaktionellen Leitung von Herausgeber und Eigentümer Ing. D. Coglievina erscheint das Vereinsorgan ab 1. Oktober 1883 unter dem Titel „Der Gastechniker. Organ des Vereines der Gasindustriellen in Österreich-Ungarn“. Das Programm der Zeitschrift — auf der Titelseite wirkungsvoll in Szene gesetzt mit den Schlagworten „Licht“, „Kraft“, „Wärme“, „Comfort“ — ist vom Konkurrenzkampf mit der Elektrizität bestimmt. Man beschränkt sich nun nicht „auf das Studium der rationellen Verwendung des Leuchtgases zu Zwecken der Beleuchtung“, sondern will auch „auf die ausgedehnteste Einführung von Gasmotoren sein Augenmerk richten und ebenso jene Constructionen und Vorrichtungen eingehend zur Sprache bringen, welche eine vortheilhafte Ausnützung der Heizkraft des Gases anstreben“. 1886 geht die Zeitschrift in das alleinige Eigentum und den Verlag des Vereines über (wo sie bis 1974 verbleiben wird). Der Einbeziehung des Wasserfaches in die Vereinsagenden, die in der Generalversammlung vom Mai 1896 beschlossen wird, trägt ab Oktober d.J. auch das Organ Rechnung: Der Gastechniker erscheint nun mit dem Untertitel „Fachblatt für die Gasindustrie, Wasserversorgung, Heizung und Ventilation“. Insgesamt bringt es der 14-tägig mit einem Umfang von 24 Seiten erscheinende Gastechniker auf 23 Jahrgänge.

1881 — Journal für Gasindustrie

In der Geburtsstunde der heutigen ÖVGW, der konstituierenden Generalversammlung des „Vereines der Gas-Industriellen in Oesterreich-Ungarn“ vom 13. August 1881, wird „als wesentlichstes Mittel zur kräftigen Betreibung der Vereinszwecke“ die Herausgabe einer eigenen Zeitschrift beschlossen, in der die Mitglieder „ihre Erfahrungen niederlegen“ können. Am 1. Oktober erscheint die erste Ausgabe unter dem Titel „Journal für Gasindustrie. Organ des „Verein der Gas-Industriellen in Oesterreich-Ungarn“ (Eigentümer und Herausgeber: Carl Pataky). Neben der „vornehmsten Aufgabe“ des Blattes — der „eifrigen Pflege der Interessen des Vereines und der österreichischen Gasindustrie überhaupt“ — macht sich die Zeitschrift auch zur Aufgabe „die Fortschritte des Auslandes bezüglich der Theorie und Praxis von Gaserzeugung und Gasverwerthung im Auge behalten und die Leser von allen neu auftauchenden Erfindungen und Verwendungen in Kenntniss“ zu setzen. Das Journal für Gas-Industrie erscheint 48 Ausgaben lang und wird 1883 eingestellt.